Als Renate, 74, zum ersten Mal von Stretchstoffen in Damenhosen hörte, dachte sie sofort an Jogginghosen. Das ist ein Missverständnis, das sich in ihrer Generation hartnäckig hält.
Die Textilindustrie hat in den letzten acht Jahren erheblich in Komfortgewebe investiert, die optisch von klassischen Stoffen kaum zu unterscheiden sind. Wer das nicht weiß, kauft weiter Kleidung, die zwickt, drückt oder einschränkt.
Warum dieser Irrtum entsteht
Ältere Generationen haben gelernt, dass gute Kleidung sich manchmal unbequem anfühlt. Steife Kragenformen, enge Taillen, schwere Materialien. Das galt als Zeichen von Qualität.
Heute ist das Gegenteil ein Qualitätsmerkmal. Hochwertige Kleidung bewegt sich mit dem Körper.
Konkrete Fehler in diesem Bereich
- Schuhe wählen, die für kurze Strecken gedacht sind, aber täglich getragen werden
- Elastische Bündchen als minderwertig ablehnen, obwohl sie Passform verbessern
- Auf Reißverschlüsse bestehen, obwohl Knopfleisten mit Magnetverschluss inzwischen optisch identisch wirken
Renate trägt jetzt eine Hose aus Viskose-Stretch-Gewebe zu Veranstaltungen. Sie sieht aus wie Wolle. Sie fühlt sich an wie nichts. Das ist kein Kompromiss.
