Ingrid, 67 Jahre alt, kam zur Beratung mit einem Koffer voller beiger und grauer Kleidung. Sie war überzeugt, dass gedeckte Töne für ihr Alter schlicht angemessener seien.
Diese Überzeugung stammt aus einer Ära, in der Stilratgeber aktiv davon abrieten, dass ältere Frauen kräftige Farben tragen. Heute sehen Fachleute das grundlegend anders.
Was sich in der Beratungspraxis verändert hat
Moderne Stilberatung orientiert sich an Hauttönen, Augenfarbe und persönlicher Ausstrahlung, nicht am Geburtsjahr. Tiefes Burgunderrot oder Smaragdgrün kann bei einer 70-Jährigen weit lebendiger wirken als bei einer 40-Jährigen.
Der häufigste Fehler: Frauen wählen Farben, die sie unsichtbar machen, weil sie glauben, das sei höflich oder schicklich. Dabei verlieren sie genau das, was ihre Erscheinung interessant macht.
Konkrete Fehler, die sich wiederholen
- Alle Kleidungsstücke in ähnlich hellen oder gedämpften Tönen kombinieren
- Schwarz als vermeintlich schlankmachende Dauerlösung einsetzen
- Muster und Kontraste grundsätzlich meiden
Ingrid trug am Ende der Beratung ein tiefblaues Leinenoberteil. Sie sagte, es fühle sich seltsam mutig an. Dabei war es nur ehrlich.
